1.1 Das Runtingerhaus in Regensburg ..............................Information
G. Montgelas
2005

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Mit seinem hohen gotischen Treppengiebel und dem zinnenbekrönten Anbau ist das Runtingerhaus eines der Wahrzeichen der Stadt Regensburg. Die erhaltenen gotischen Fenster dokumentieren noch heute den Reichtum und Anspruch eines Handelshauses im Mittelalter. Das Runtingerhaus hat seinen Namen von der gleichnamigen Familie, die im 14. Jahrhundert das Anwesen erwarb und als Handelsniederlassung nutzte.

Im Inneren zeugen die einst als Warenlager dienenden Erdgeschoßgewölbe für das rege Handelstreiben in der Stadt. Im 1.Obergeschoß ist der große mittelalterliche Festsaal mit orginalen Putzflächen (got. Sgraffiti) und einer steinernen Mittelsäule erhalten.

Weniger bekannt ist jedoch das architektonische Rätsel, das sich darüber im zweiten Obergeschoß erhalten hat. Hier wurde bei Sanierungsarbeiten in den 1960er Jahren ein bis dahin unbekannter mittelalterlicher hölzerner Saal aufgedeckt, der nach einer Restaurierung bis heute erhalten ist. Die wissenschaftliche Darstellung dieses Bohlensaales ist ein Ziel der Website »montgelasbauforschung«.

Das Runtingerhaus wurde bis 2006 als Außenstelle des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege genutzt. Eine Besichtigung des zur Zeit leerstehenden mittelalterlichen Bohlensaales ist nach Absprache mit dem städtischen Amt für Archiv- und Denkmalpflege Regensburg möglich.